Hanna, Milena, Pia und ich sind zum Joggen verabredet. Wir treffen uns Morgens um sechs (die einzige Zeit in der die Hitze erträglich ist), um dann die Hauptstrasse entlang zu laufen. Joggen ist in Ghana zwar nicht unbedingt unüblich, aber das vier "Obruni" (weiße) Mädchen im Gänsemarsch die Strasse entlang laufen, sorgt bei den Einheimischen dann doch für allgemeine Erheiterung. Wir werden freundlich von den Leuten begrüßt, die zu Fuß mit allerhand Waren auf dem Kopf, den Weg entlang laufen und auch die voll besetzten Tro-Tros glotzen und hupen. Leider gibt es hier nicht so viel Möglichkeiten zum laufen, aber das nächste Mal wollen wir den Strand ausprobieren, auch wenn es wahrscheinlich extrem anstrengend ist im Sand zu laufen.
Zurück zu Hause Frühstücken wir erstmal ausgiebig und danach gehe ins Internet Cafe, weil wir endlich wieder eine Verbindung haben. Doch als ich den Raum betrete und mein Netbook auspacke fällt plötzlich der Strom aus. Sehr enttäuscht, aber zuversichtlich das der Strom gleich wieder anspringt, bleibe ich eine Stunde im Cafe und schreibe einige Texte vor. Dann ist mein Akku lehr, aber immer noch kein Strom da und das leider auch bis zum Ende des Tages.
Zurück zu Hause wasche ich meine Wäsche. Da ich noch nicht sehr geübt darin bin nimmt waschen immer relativ viel Zeit in Anspruch. Zum Glück leistet mir Cecilia etwas Gesellschaft und ich bringe ihr ein bißchen deutsch bei, während sie mich einige Wörter in Fanti lehrt.
Mittags kochen wir auf unserem wackeligen Gasherd, gemeinsam mit Nana und ihrer 2Jährigen Tochter Antesaba (super lustiges Kind!), Yellof rice ein typisch ghanaisches Reisgericht, das ich sehr gern mag.
Den ganzen Tag bin ich unruhig weil ich mich so gefreut habe, wieder ins Internet zu kommen und jede Minute hoffe ich, dass wir wieder Strom haben. Bei Stromausfall kann man sich außerdem kaum drinnen aufhalten, weil die Ventilatoren nicht laufen steht die Luft und man ist nur noch am schwitzen. Hier hat übrigens jeder sein eigens kleines Schweißtuch immer mit dabei. Ich hab jetzt auch eins und obwohl ich normalerweise kaum Schwitze, kommt es hier doch ab und zu zum Einsatz. Es wird aber auch zum Hände abtrocknen benutzt, nachdem man sich die Hand fürs Essen gewaschen hat.
Nachmittags ist dann das Treffen mit Pia und sie erklärt mir alles was sie bisher gemacht hat, wie weit das Projekt fortgeschritten ist und was meine Rolle dabei sein könnte. Das Youth Magazine Projekt arbeitet mit vier unterschiedlichen High Schools in der Region zusammen. Die Schüler konnten sich freiwillig für das Projekt anmelden und sind zwischen 16 und 19 Jahre alt. Jede Schule setzt sich mit einem bestimmten Thema auseinander wie zum Beispiel Teenage Pragnancy, School Dropout und Arbeitslosigkeit. Die Teilnehmer haben bereits verschiedene Texte geschrieben und Interviews geführt. Sobald die Schule wieder anfängt, werden Pia und ich jede Schule einmal die Woche besuchen. Ich werde einen Fotoworkshop anbieten, um ihnen auch den Fotojournalismus etwas näher zu bringen und das Layout mit den Jugendlichen besprechen. Bis es soweit ist bereite ich ein Konzept für den Workshop vor, korrigiere die schon geschriebenen Texte und kümmere mich gemeinsam mit Pia um die Finanzierung. Ich hoffe wir können uns nächste Woche mit der Druckerei treffen, um einen Kostenvoranschlag zu bekommen. Denn auch davon hängen meine Möglichkeiten in der Layoutgestaltung ab, schließlich weiß ich nicht mal ob es möglich sein wird in Farbe zu drucken oder ob dies zu teuer sein wird.
Donnerstag, 29. April 2010
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
liebe steffi, ich hab mich eben erstmal auf den neusten stand gebracht und mit freude deine posts gelesen. du scheinst wirklich eine schöne zeit zu haben und eine interessante kultur kennenlernen zu dürfen. das freut mich wirklich sehr für dich! ich freue mich über neuigkeiten! hab weiterhin eine schöne zeit! ganz liebe grüße sendet dir die jessi
AntwortenLöschen