Dank meines Online Check-Ins, habe ich großes Glück mit meinem Platz. Ich sitze direkt am Fenster, neben mir ist ein Platz frei und einen weiter sitzt eine sympathische Mitdreißigerin aus Frankfurt, auf dem Weg nach Tokio.
Nach erster Trauer bei der Verabschiedung am Frankfurter Flughafen, von Christian, meiner Mutter und Timmi, der uns abgeholt und gefahren hat, bekomme ich direkt Probleme beim Security Check-In. Ich habe vier Feuerzeuge in meiner Tasche, keine Ahnung wofür, aber ich habe beim Packen wohl etwas den Überblick verloren. Dies bedeutet für mich Gürtel wieder an, Schal zurück um den Hals, Laptop, Handy und Tasche wieder einpacken und drei der Feuerzeuge Ordnungsgemäß, außerhalb des Sicherheitsbereichs entsorgen. Danach muss ich mich wieder hinten anstellen und die ganze Prozedur erneut über mich ergehen lassen. Etwas genervt und traurig vom Abschied, begebe ich mich in den Boardingbereich. Nina ruft an um mir eine gute Reise zu wünschen und ich freue mich riesig noch mal mit ihr sprechen zu können.
Als mein Flieger um 15:25 Uhr startet bin ich wieder guter Dinge und voller Spannung auf die nächste Zeit. Begeistert bin ich auch von dem freundlichen Ambiente und unglaublichen Entertainmentprogramm von Emirates Airlines. Es gibt über 60 neue Filme zur freien Auswahl, man kann Telefonieren und Spiele spielen. Ich schaue Case 39 und esse dazu Lamm mit Rosmarinkartoffeln, eines meiner Lieblingsessen. Der Flug vergeht schnell und ich komme leider nicht zum schlafen. Um 23:35Uhr Ortszeit, komme ich am Dubai International Airport an. Als ich mich zu orientieren versuche fällt mir direkt das Prayer Rooms - Schild neben, Toiletts und Wickelraum auf. Außerdem sehe ich, dass sämtliche Anzeigeuhren von Rolex sind. Schade dass ich nur 7Std. Aufenthalt hier habe und das auch noch Mitten in der Nacht, ansonsten hätte ich mir diesen interessanten Kontrast zu Ghana gern mal näher angeschaut. Der Flughafen selbst ist nach dem Ansturm der ankommenden Flieger, wie ausgestorben. Die langweilige Nacht bis zu meinem Abflug vertreibe ich mir mit lesen, Filme gucken, schreiben und nach meinem Gate suchen. Hier ist alles irgendwie ein bißchen blöd ausgeschildert, aber ich hab ja noch 6Std Zeit rauszufinden wo ich hin muss.
Zwei Stunden vor Abflug betrete ich den Boardingbereich und nach Pass- und Securitykontrolle, erschließt sich mir nun die ganze Pracht des Dubaier Dutyfree Bereichs. Gerade habe ich mich noch gelangweilt, werde ich nun von Eindrücken erschlagen. Es gibt Designer- und Schmuckläden wo das Auge Hinblickt. Die unterschiedlichsten Menschen, zB. Bagpacker, Familien, reiche Amerikaner, Inder und Scheichs tummeln sich hier. Überall sind künstliche Wasserfälle angelegt worden und Palmen zieren den Bereich. Ich fühle mich jedoch nicht danach der Konsumsucht nachzugehen und gehe direkt zu meinem Gate. Hier sitzen ca. 40 Männer, sie tragen lange Gewänder, haben ihre Schuhe ausgezogen und schauen sehr ernst und missmutig drein. Ich als einzige Frau suche mir einen Platz etwas Abseits, werde aber trotzdem von allen angestarrt. Nach Blick auf die Anzeige sehe ich, dass mein Flug nur in Accra zwischen landet und dann weiter nach Abidjan fliegt, wo diese Männer offensichtlich hin wollen. Ich bin beeindruckt wie gut sie ihre Frauen im griff zu haben scheinen, wenn diese nicht mal das Land verlassen dürfen. Aber vielleicht handelt es sich ja auch einfach um eine Art Abidjaner Kegelvereinsausflug. Nach und nach treffen dann aber auch die Afrikaner ein und ich bin froh ein paar freundliche Gesichter zu sehen. Als die verschiedenen Sitzreihen aufgerufen werden stürmen alle sofort los obwohl sie gar nicht genannt wurden. Eine Traube von Menschen steht vor dem Einlass und jeder der tatsächlich dran ist muss sich durch die Menge kämpfen. Es wäre doch viel einfache gewesen sitzen zu bleiben und zu warten bis man dran ist!? Mir wird bewusst das dies der Moment ist, an dem ich mich von der ordentlichen deutschen Warteschlange und vielen anderen Dingen verabschieden muss.
Dienstag, 27. April 2010
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